Schnittstelle statt Schwachstelle.

Am meisten Zeit verlieren Anwender beim Diamantkernbohren durch verklemmte Bohrkronen, den Transport des umfangreichen Sortiments zur Baustelle und die Reparaturschleife für das Ersetzen der Schneidelemente. Diesen unproduktiven Nebentätigkeiten macht die neue Systemlösung – bestehend aus Stahlrohr und auswechselbarem X-Change-Modul (Schneidring) – ein Ende. Der Kunde wählt die kombinierbaren Einzelteile aus, die er für seinen Einsatz benötigt. Er trägt weniger Material mit sich und ist dennoch für alle Anwendungen bereit. Das X-Change-Modul lässt sich mit wenigen Handgriffen vom Grundkörper lösen. Egal, ob es klemmt, ein anderer Untergrund gebohrt werden muss oder die Diamantsegmente abgenutzt sind: Es geht ohne grosse Verzögerung weiter.

Doch wer aus einem durchgängigen Stahlrohr mit aufgeschweissten Schneidsegmenten ein zweiteiliges Stecksystem macht, wird zwangsläufig mit der Frage konfrontiert, ob das hält. Die Schnittstelle muss robust sein, um die enormen Kräfte zu übertragen, und zugleich eine einfache Handhabung gewährleisten. „Anfangs äusserten viele Kunden Zweifel. Um ihnen zu vermitteln, dass unsere Lösung die Ansprüche erfüllt, sind unsere Teams im Direktvertrieb entscheidend“, sagt Christoph Amman, Projektmanager in der Business Unit Diamant.


Die Lösung – eine Dreh-Steckverbindung mit ausgeklügelter Geometrie – wurde mit zahlreichen Kunden in ganz Europa getestet. Nach mehreren Tausend Bohrungen blieben keine Fragen mehr offen. So lautete das Fazit von Kristof Decloedt von der Firma TSVB BVBA in Torhout (Belgien), die Installationen im SHK-Bereich (Sanitär, Heizung, Klima) ausführt: „Die Zeitersparnis ist erstaunlich. Ich habe immer Ersatz dabei für verschiedene Anwendungen und die Probleme auf der Baustelle kann ich selber beheben. Das ist ein gewaltiger Fortschritt.“

Beeindruckt war auch die Jury des 30. Martin Hilti Innovationspreises, eines internen internationalen Wettbewerbs. Sie kürte das X-Change-Modul im Mai 2015 zum Siegerprojekt mit der Begründung, das System löse „zahlreiche Probleme der Kunden auf einfache und effektive Weise“

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Weniger Stahlverbrauch

Das X-Change-Modul-System schont Ressourcen und Umwelt: Im Vergleich zur benötigten Materialmenge bei herkömmlichen Diamantbohrkronen können bei der Produktion durchschnittlich 2,3 kg Stahl eingespart werden. Hochgerechnet auf ein Jahr ergibt das rund 2400 t Stahl. Zugleich sinken die CO2-Emissionen um 4800 t aufgrund des geringeren Stahlbedarfs.

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